Auf dem Foto sieht man das "berühmte" Big Chicken in Marietta, was etwa sieben Meilen von uns entfernt ist. Dort ist jetzt ein KFC und ich war da gestern mit Cejo essen.
Kaum zu glauben, aber mitlerweile bin ich schon seit neun Monaten in Atlanta. Die Zeit geht einfach wahnsinnig schnell um. Nochmal neun Monate und ich bin schon wieder in Deutschland. Im Moment würde ich allerdings noch nicht weg wollen, da ich mich hier zur Zeit echt wohl fühle und man sich hier natürlich mitlerweile auch ein Leben aufgebaut hat. Letztes Jahr im Juli bin ich mit zwei Koffern und etwas Handgepäck ins Flugzeug gestiegen, ohne wirklich zu wissen, was mich hier erwartet und wie sich alles entwickeln wird. Zeit ein kleine Review zu ziehen:
Privat hat sich alles super entwickelt. Ich habe in den ersten neun Monaten eine Menge netter Leute aus verschiedensten Ländern und Kulturen kennen gelernt und auch einige gute Freunde dazugewonnen, mit denen ich eine Menge spaß hatte. Mit Cejo, meinem indischen Roommate und mitlerweile gutem Kumpel, komme ich auch super klar. Unser Apartment ist gemütlich und zur Zeit auf jeden Fall ein "zu Hause". Auch wenn wir direkt an der I75 und I285, einen sechs- und einen fünfspurigen Highway liegen und bei offenem Fenster stets ein Rauschen zu vernehmen ist. Man gewöhnt sich an alles. Sogar an die Militärmaschinen, die täglich im Landeanflug nur etwa 300 Meter über unsere Dächer hinwegfliegen.
Von Atlanta wusste ich vorher nicht wirklich viel und es ist definitiv anders als erwartet, aber eigentlich hätte es mich nicht besser treffen können. Ich mag Atlanta super gerne. Trotz dem, dass Atlanta 5 Millionen Einwohner hat und einfach riesig ist, findet man doch überall den gewissen Südstaaten Charme wieder. Es gibt hier so viele, echt gute Restaurants (ich reden nicht von den unzähligen Fast Food Läden), Clubs, Bars und Lounges in unterschiedlichsten Gegenden von Downtown, über Studentengebieten bis hin zu upscale Wohngebieten. Zu den nervigen Dingen in Atlanta zählt der wahnsinnige Verkehr. Das Problem ist, dass hier alles so verteilt und weit auseinander ist, so dass hier fast jeder ein Auto hat, bzw. drauf angewiesen ist. Wenn es dann zur Rush Hour kommt, geht teilweise gar nichts mehr, trotz sechsspurigen Highways und kaum einspurigen Straßen. Was das ganze wieder gut macht, ist das super Wetter. Von April bis Oktober ist hier Sommer und 90% der Tage hat man strahlend blauen Himmel.
Kommen wir zu dem Part, weswegen ich eigentlich hier bin, dem Trainee Programm. Ich habe im Front Office Bereich mitlerweile so gut wie alles gemacht. Angefangen als Night Audit in der Nachtschicht, dann einen Monat als Bellman gearbeitet und zum Bellcaptain befördert, was ich die letzten sechs Monate gemacht habe und eine echt gute Erfahrung war. Auch als Bellcaptain hatte ich bei uns im Hotel ganz normale Bellman Schichten. Das hieß präsent sein und ersten Gastkontakt herstellen durch begrüßen, Autotüren aufhalten, mit dem Gepäck helfen, Wegbeschreibungen geben, Empfehlungen für Restaurants geben und Reservierungen machen und unseren Hotel Shuttle fahren, den Gäste im Umkreis von 5 Meilen kostenlos nutzen können. Ausserdem habe ich eine Checklist für die Schicht erstellt, um sicher zu gehen, dass täglich anfallende Aufgaben für die Bellmans auch täglih erledig werden. Auch wenn ich teilweise eine harte Zeit hatte, unsere Bellman, die teilweise schon über 10 Jahre in dem Hotel arbeiten, dazu zu bringen die Checklist auch täglich zu nutzen, habe ich sie letztendlich doch dazu gebracht. Während der Zeit als Bellcaptain habe ich auch immer am Front Desk ausgeholfen, wenn z.B. die Lobby voller Gäste war, die einchecken wollten. So kam es teilweise vor, dass ich einem Gast das Gepäck ausladen geholfen habe, ihn danach eingecheckt habe, daraufhin sein Gepäck aufs Zimmer gebracht und zwei Stunden später ein Restaurant empfohlen und den Gast hingefahren habe. Rundum Service sozusagen. Dadurch bin ich auch im Dezember "Front Office Shining Star Of The Month" (Mitarbeiter des Monats) geworden, was mir eine Urkunde und zwei Tickets für das Atlanta Aquarium eingebracht hat. Wir haben jeden Monat ein Front Office Meeting, bei dem auch der Shining Star Of The Month bekannt gegeben wird. Mitlerweile bin ich wieder am Front Desk und überwiegend in der Spätschicht, die von 15 - 23:30 Uhr geht. Die Arbeit macht echt spaß. Teilweise wird es echt stressig, wenn es z.B. Montag ist und wir 250 und mehr check ins erwarten. Ausserdem ist man am Front Desk natürlich auch immer erster Ansprechpartner für jegliche Anliegen und Beschwerden der Gäste. Man wird manchmal schon innerlich auf die Palme gebracht, aber da wird einfach gelächelt und weiter gemacht. Heute war übrigens wieder Front Office Meeting. Die Wahl des Shining Star Of The Month für April hat das Management an folgendem ausgemacht: Wir haben gewisse Basics. Wenn Gäste in die Lobby kommen, sollen wir die Gäste mit einem Lächeln begrüßen, beim einchecken fünf mal den Gastnamen benutzen, gute nonverbale Komunikation anwenden, wie viel Augenkontakt, usw.. Unsere Manager haben eine Tabelle und sind angewiesen, regelmäßig festzuhalten, in wie weit wir diese Basics befolgen. Wir bekommen davon eigentlich gar nichts mit und haben auch heute erst erfahren, dass das überhaupt gemacht wird. Jedenfalls wird so ein individueller Prozentsatz für jeden Mitarbeiter ausgerechnet, in wie weit diese Basics angewendet werden, Vorgabe von Marriott ist 90 Prozent. Für die heutige Wahl waren die Bewertungen von März und April ausschlaggebend. Ich wurde in dieser Zeit acht mal bewertet und habe mit 98 Prozentpunkten das beste Ergebniss erziehlt und bin somit diesen Monat zum zweiten mal zum Shining Star Of The Month ernannt worden, was mir eine weitere Urkunde und einen $25 Tankgutschein eingebracht hat. Ich bin darauf durchaus stolz und konnte es mir auch nicht nehmen lassen ein Foto der Urkunde zu posten! ;)
Mit der Arbeit läuft also alles ganz gut soweit und ich bin zufrieden. Im Juni startet ein Leadership Development (frei übersetzt: Führungskräfte Werdegang), woran ich teilnehmen werde und was bestimmt ganz interessant und lehrreich wird.
Ein weiterer Grund, warum ich hierher gekommen bin, war natürlich, um mein Englisch zu verbessern. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich bin mit befriedigenem Englisch hier hergekommen und mitlerweile spreche ich gutes, fließendes Englisch. Mit einem harten, deutschen Akzent, auf den die Leute hier voll stehen. Ich weiß nicht, wie oft ich die Sätze "Wow, you have a nice accent" oder "I love your accent" schon gehört habe.
Auch wenn die Amerikaner in einigen Belangen und Einstellungen sicherlich stranger als wir Europäer sind, finde ich es doch echt beeindruckend, wie gut man hier aufgenommen wird. Vieleicht liegt das am freundlichen Süden, aber ich habe schon von vielen Leuten gehört, dass sie sich freuen mich in ihrem Land zu haben und mir eine gute Zeit wünschen. Sicherlich auch oft mit einer ordentlichen Portion Patriotismuss, aber bisher hatte ich nur positive Erfahrungen in der Beziehung.
Soviel zu meinen ersten neun Monaten in den USA. Ich freue mich auf die nächsten Monate und auf einen hoffentlich geilen Sommer in Georgia. In acht Wochen bekomme ich Besuch von einem meiner besten Freunde. Wir werden unter anderen einen Roadtrip nach Miami starten, worauf ich mich schon super freue. Und danach natürlich auf meine Family, die im September kommt, was ich auch kaum erwaten kann.
Zum Abschluss des Posts gibt es noch ein kleines Video von unserem Apartment, was ich gerstern aufgenommen habe. Auch wenn alle Möbel wild für kein oder wenig Geld zusammengewürfelt sind, gefällt es mir doch echt gut. Aber schaut doch selbst bei einem kleinen Rundgang durch Apartment B7:
Wie man bestimmt auch in den ein oder anderen Nachrichten in Deutschland mitbekommen hat, wurde Atlanta Freitag Nacht von einem Tornado getroffen. Den meisten Schaden hat dieser in Downtown angerichtet. Ich war zu dem Zeitpunkt etwa zwei bis drei Kilometer vom Tornado entfernt in Atlantic Station, was direkt neben Midtown liegt. Wir hatten uns 10.000 BC im Kino angeschaut und wollten dieses gerade verlassen, mussten aber vor den Glastüren nach draussen warten, weil es übelst am hageln, regnen, blitzen und stürmen war und Schilder durch die Gegend flogen. Natürlich wussten wir nicht, dass nur ein bischen weiter ein Tornado durch Downtown fegte. Nach ein par Minuten war der Spuk auch schon vorbei und wir haben auf dem Weg nach Hause nur mitbekommen, dass vor weiteren Tornados gewarnt wurde .
Heute hatte ich Frühschicht und es war das nächste Unwetter auf dem Weg nach Atlanta. Ich war gerade nach der lunch break zurück auf dem Weg zum Hotel, als ich plötzlich Sirenen aufheulen hörte, die vor einem weiteren Tornado warnten. Zum Glück blieben wir verschont, aber etwas unheimlich und angsteinflößend war das ganze schon, gleichzeitig aber auch irgendwie spannend. Zum Glück ist das ganze jetzt vorbei und morgen sind erstmal 18°C und Sonnenschein angesagt.
Übrigens hätte mir auch mal jemand vorher sagen können, dass Atlanta nicht nur unter einer Trockenphase leidet, sondern auch von Tornados heimgesucht wird... ;-)
Hier klicken um zum Artikel über den Tornado auf spiegel.de zu kommen.
Und noch drei Videos von YouTube. Das erste ein etwa 10 Minuten live Bericht von Channel 2 Action News, kurz nach dem Tornado. Das zweite mit ein par Augenzeugenberichten und das dritte mit Hubschrauberaufnahmen am Tag danach.
Am Dienstag war ich auf einem James Blunt Konzert im Tabernacle in Downtown. Mark, ein deutscher Intern aus unserem Hotel hat die Karten besorgt und ausser uns waren noch mein Mitbewohner Cejo und Robert, ein Kumpel aus Holland, der ebenfalls als Intern in einem anderen Hotel in Atlanta ist, dabei. Nach geduldiger Parkplatzsuche sind wir beim Tabernacle angekommen. Das Tabernacle war früher mal eine Kirche und ist echt ne coole Location. Man kann sich aussuchen, ob man unten vor der Bühne steht oder auf einer der beiden Logen Platz nimmt. Getränke gibt es an den Bars und in einer gemütlichen Lounge. Insgesammt gehen nur etwa 2500 Leute in das Tabernacle, was dem ganzen eine echt entspannte und private Atmosphäre verleiht. Wir haben uns natürlich für einen Stehplatz entschieden. Wir standen relativ weit hinten, doch selbst da nur etwa 10 Meter von der Bühne entfernt. Vor dem Auftritt von James Blunt hat Sarah Bareilles, die hier zur Zeit einen Hit mit "Lovesong" hat, gespielt. James Blunts Auftritt war der Hammer. Hatte teilweise echt Gänsehaut. Die Stimmung war auch bombig und man hat James Blunt echt angesehen, wie sehr er es genossen hat, hier zu spielen. Das war übrigens sein letzter Auftritt der US Tournee. Hat sich auf jeden Fall gelohnt! Wer mal die Chance hat, auf eins seiner Konzerte zu gehen, sollte das auf jeden Fall tun!
Ende September bekomme ich Besuch von meiner Familie. Es kommen meine Eltern und mein Bruder Carsten mit Jana, seiner Freundin. Wir werden nicht die ganze Zeit in Atlanta bleiben, sondern auch einen kleinen Trip unternehmen. Mit dem Auto wird es zuerst runter nach New Orleans, Alabama gehen, wo wir das Wochenende verbringen werden. Von dort aus dann weiter nach Panama City Beach, Florida, fuer weitere zwei Naechte, bevor es wieder zurueck nach Atlanta geht.
Warum ich das hier jetzt schreibe und ein halbes Jahr vorher? Eigentlich geht es nur darum, meinen Eltern auf diesem Weg die Hotels zeigen zu koennen, die ich ueber Marriott (natuerlich mit super discount) gebucht habe. Alle anderen duerfen/muessen eben auch mitlesen! ;)
Was macht man eigentlich in Atlanta, an einem Sonntag im Februar, die Sonne scheint bei strahlend blauen Himmel, es sind angenehme 18°C und Freunde und Kollegen sind arbeiten? Ich habe mir meinen iPod geschnappt und das Wetter genossen. Zuerst war ich im Piedmont Park in Midtown Atlanta, wo ausser mir noch jede Menge andere Sonnenhungrige anzutreffen waren. Der Park ist echt schön. Schade nur, dass das meiste Gras statt saftig grün leider in einem vertocknetetm braun daher kommt, da aufgrund der immer noch anhaltenden Trockenheit draußen nicht bewässert werden darf. Es war aber auf jeden Fall super entspannend, am Wasser zu sitzen und sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen.
Danach war ich noch im Centennial Olympic Park und bin noch etwas durch Downtown spaziert.
Habe jetzt echt lust auf den Sommer bekommen. Auch wenn der Winter hier nicht wirklich hart und lang war und zu 90% der Tage die Sonne scheint... Zum Glück soll es hier mitte/ende März schon wieder an die 30°C werden! I LOVE ATLANTA ;-)
Habe heute auch meine Digicam dabei gehabt, da ich ja noch nicht wirklich viele Fotos von Atlanta habe. Hier die Fotos von heute:
Auch wenn es gefühlt schon wieder ne Ewigkeit her ist, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, wie ich Weihnachten in der Stadt der Städte verlebt habe.
Geflogen bin ich mit Sandra und Doreen. Die ersten zwei Nächte haben wir umsonst (Marriott sei Dank) in New Jersey verbracht. Es gab eine Bushaltestelle direkt vor dem Hotel und nach einer etwa 20 minütigen Busfahrt waren wir mitten im Geschehen.
Am ersten Tag haben wir uns direkt Tickets für die Doppeldecker Bustouren besorgt, um so etwas wie einen Überblick zu bekommen. Allerdings braucht man echt einige Zeit, sich an alles zu Gewöhnen. Am Anfang war New York die absolute Reizüberflutung. Menschenmassen auf den Bürgersteigen, nicht endendes Hupen der unzähligen Taxis, hohe Gebäude links und rechts, der Time Square mit all seinen Leuchtreklamen...man wusste kaum, wohin man zuerst gucken sollte.
Am 24. haben wir dann die Downtown Bustour gemacht und sind am Empire State Building ausgestiegen, um den Ausblick vom höchsten Gebäude der USA (nach 9/11) zu genießen. Normalerweise soll man wohl etwa zwei Stunden einrechnen, um den Weg nach oben zu machen. Tja...wir haben es in etwa 15 Minuten hochgeschafft ohne auch nur wirklich in einer Schlange zu stehen. Glück gehabt, als wir wieder unten waren, gab es eine Schlange, die bis auf den Bürgersteig um das Gebäude ging. Der Ausblick auf Manhatten war der Wahnsinn. Besonders beeindruckend fand ich die riesige Lücke mitten in Manhatten, wo sich der Central Park befindet. Abends waren wir dann bei einem gemütlichen Italiener essen, den uns der Küchenchef unseres Hotels empfohlen hat. War zwar nicht gerade günstig aber verdammt gut...und hey es war Heiligabend!!
Die dritte und vierte Nacht haben wir im Marriott East Side verbracht, was sich in Midtown Manhatten befindet, also keine Busfahrten mehr, sondern raus aus dem Hotel und mittendrin sein. Und dank Marriott zu einem guten Preis. Wir können echt von uns behaupten, aus den fünf Tagen das meiste rausgeholt zu haben, da wir eigentlich alle "standart" Sehenswürdigkeiten abgeklappert haben: Wir waren im Cenral Park, auf dem Empire State Building, mehrmals am Time Square, sind den Broadway entlanggelaufen, haben eine echt coole Bootstour der Skyline entlang und mit einem Stop an der Freiheitsstatue gemacht, warn am Rockefeller Center, im Museum of Natural History, hatten echte New York Pizza und Hot Dogs von der Straße, sind Subway gefahren (das hatten wir am Ende echt drauf), hatten den ein oder anderen verückten Taxi Fahrer (Achterbahn ist nichts dagegen...) und für mich ein persönliches Highlight: Wir waren im Les Halles essen, einem Restaurant von Anthony Bourdain, von dem ich mich durchaus als kleiner Fan bezeichnen würde! ;)
Natürlich haben wir auch Ground Zero gesehen, was zwar mitlerweile nur noch eine riesen Baustelle inmitten des Wallstreet Districts ist, aber schon bedrückend war, da man natürlich noch die Bilder von damals vor Augen hatte, mit all den Menschen die umgekommen sind.
Da wir drei Digicams dabei hatten, haben wir etliche Fotos geschossen. Ich habe mal eine kleine Auswahl zusammen gestellt und bei Picasa hochgeladen. Um zum Album zu kommen müsst ihr einfach auf das folgende Bild klicken:
Ich bin Andreas, 25 Jahre alt und arbeite zur Zeit daran, die steile Leiter in der Hotelerie raufzuklettern. Hier gibt es Fotos, Erlebnisse und Infos von mir, um Freunde, Verwandte und Interessierte auf dem Laufenden zu halten und um Erinnerungen festzuhalten. Ursprünglich ist dieser Blog einmal entstanden, um über meinen Weg und meine Erlebnisse während eines 18 monatigen Hotel Traineeships in Atlanta, Georgia zu berichten. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann mich gerne über das Kontaktformular anschreiben.